Vom Segen der Konsequenz

Erziehen Sie Ihr Kind nicht nach Lust und Laune, sondern nach Prinzipien, an die Sie glauben. Sie sind der Meinung, dass Kinder am Abend ins Bett gehören, um genug Schlaf zu bekommen? Dann setzen Sie dies durch und machen Sie nur zu besonderen Anlässen eine Ausnahme. Um sieben Uhr ist Schlafenszeit. Oder um acht, oder halb acht. Entscheiden Sie sich für eine Uhrzeit und diese bleibt jeden Tag gleich. Schicken Sie lästige Kinder aufs Zimmer, damit sie sich dort beruhigen. Streichen Sie Eis und Süßigkeiten, wenn die Augen größer sind als der Magen und dem Kind eh schon schlecht ist.
Sie werden um Konsequenzen nicht herumkommen, um dem Kind die Regeln beizubringen. Sie dürfen jede Konsequenz setzen, die ihnen einfällt, solange Sie Ihrem Kind keinen Schmerz zufügen. Wir tun uns nicht weh und vermeiden alles was weh tut, ist nämlich die wichtigste Regel, auf der alle Grenzen basieren. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein, ob eine Konsequenz logisch zum Vergehen passt. Das kann sie, muss sie aber nicht. Die Konsequenz ist auch keine Bestrafung des Kindes, sondern eine Lernhilfe. Ähnlich den Sachzwängen im Straßenverkehr. Ampeln und Verkehrszeichen dienen der Sicherheit, auch wenn manche der Meinung sind, dass sie nur aufgestellt werden, um zu schikanieren und den Staatssäckel mit Bußgeldern zu füllen. Wenn Sie also einem Kind die teuren Gläser aus der Hand nehmen, die es nicht zerdeppern darf, dann quälen Sie nicht einen unschuldigen Zwerg, sondern bringen ihm bei, dass man auf Zerbrechliches acht geben muss.
Konsequenzen wirken, wenn sie sofort und immer erfolgen und oft wiederholbar sind. Sie müssen nicht spektakulär sein. Je weniger dramatisch sie sind, desto öfter können sie wiederholt werden.

Kinder brauchen Grenzen. Da hat Jan Uwe Rogge zweifellos Recht.

Was sind aber die richtigen Grenzen? Was darf ich meinem Kind verbieten und warum? Sind Strafen überhaupt noch zeitgemäß? Wurden nicht früher die Kinder mit Schlägen misshandelt? Schade ich meinem Kind, wenn ich streng bin?

Grenzen sind hilfreich, wenn sie das Bedürfnis nach Ordnung und Klarheit erfüllen. Wenn Sie konsequent sind, nehmen Sie Ihrem Kind nicht etwas weg, sondern schenken ihm das, was es braucht: eine geordnete, überschaubare Welt.

Kinder suchen Grenzen. Sie sind so lange frech, bis sie das Signal erhalten: Hier geht es nicht weiter. Wenn du das tust, dann gibt es eine Strafe.

In meiner Kindheit hieß es über ein schlimmes Kind: Der schüttelt am Watschenbaum, schreit nach einer gesunden Tracht Prügel. Heute wissen wir, dass Prügel ungesund sind, da sie das Vertrauen in die Eltern zerstören. Das gesunde an der Ohrfeige war die klare Grenze, die damit gesetzt wurde. Der Schmerz ist nicht notwendig, die Kinder verstehen auch ohne Gehirnerschütterung und gerötete Wangen, dass die Eltern es ernst meinen.

Sie dürfen alle Grenzen setzen, die Ihnen sinnvoll erscheinen. Sinnvoll sind diese meist dann, wenn sie dem Schutz des Kindes dienen. An der Herdplatte verbrennt man sich, mit dem scharfen Messer schneidet man sich, ein Feuer kann außer Kontrolle geraten, auf der Straßenkreuzung wird man überfahren, von hohen Gerüsten kann man herunterfallen – darum sind alle diese Sachen für kleine Kinder verboten. Das versteht auch jedes Kind. Es testet nur, ob die Grenze wirklich gilt oder ob es sich eine leere Drohung handelt. Sagen Sie also nichts, was Sie nicht ernst meinen. Wenn Sie eine Konsequenz ausgesprochen haben, dann müssen Sie diese auch einhalten, sonst werden Sie unglaubwürdig.

Erziehen Sie Ihr Kind nicht nach Lust und Laune, sondern nach Prinzipien, an die Sie glauben. Sie sind der Meinung, dass Kinder am Abend ins Bett gehören, um genug Schlaf zu bekommen? Dann setzen Sie dies durch und machen Sie nur zu besonderen Anlässen eine Ausnahme. Um sieben Uhr ist Schlafenszeit. Oder um acht, oder  halb acht. Entscheiden Sie sich für eine Uhrzeit und diese bleibt jeden Tag gleich. Schicken Sie lästige Kinder aufs Zimmer, damit sie sich dort beruhigen. Streichen Sie Eis und Süßigkeiten, wenn die Augen größer sind als der Magen und dem Kind eh schon schlecht ist.

Sie werden um Konsequenzen nicht herumkommen, um dem Kind die Regeln beizubringen. Sie dürfen jede Konsequenz setzen, die ihnen einfällt, solange Sie Ihrem Kind keinen Schmerz zufügen. Wir tun uns nicht weh und vermeiden alles was weh tut, ist nämlich die wichtigste Regel, auf der alle Grenzen basieren. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein, ob eine Konsequenz logisch zum Vergehen passt. Das kann sie, muss sie aber nicht. Die Konsequenz ist auch keine Bestrafung des Kindes, sondern eine Lernhilfe. Ähnlich den Sachzwängen im Straßenverkehr. Ampeln und Verkehrszeichen dienen der Sicherheit, auch wenn manche der Meinung sind, dass sie nur aufgestellt werden, um zu schikanieren und den Staatssäckel mit Bußgeldern zu füllen. Wenn Sie also einem Kind die teuren Gläser aus der Hand nehmen, die es nicht zerdeppern darf, dann quälen Sie nicht einen unschuldigen Zwerg, sondern bringen ihm bei, dass man auf Zerbrechliches acht geben muss.

Konsequenzen wirken, wenn sie sofort und immer erfolgen und oft wiederholbar sind. Sie müssen nicht spektakulär sein. Je weniger dramatisch sie sind, desto öfter können sie wiederholt werden. Geben Sie daher nicht zwei Wochen Hausarrest, denn nach spätestens einem Tag versteht das Kind nicht mehr, warum es nicht raus zu seinen Freunden darf. Schicken Sie das Kind lieber in 15-Minuten-Einheiten aufs Zimmer. Wenn es sich nach einer Viertelstunde beruhigt hat, dann darf es wieder raus.  Wenn es den Machtkampf sucht, dann wird aus der Viertelstunde eine halbe, eine dreiviertel, eine ganze Stunde. Sie können dieselbe kleine Konsequenz an einem Tag zehnmal aussprechen. Das merkt sich das Kind ganz bestimmt.

Machtkämpfe sind nervig. Viele Eltern geben nach, weil sie nicht dauernd mit dem Kind streiten wollen. Schonen Sie daher Ihre Kräfte und verwenden Sie kleine Dinge des Alltags, um Ihr Kind zu erziehen. Sie können dem Kind alles streichen, was es normalerweise darf: Fernsehen, Computerspielen, Musik horchen, lange aufbleiben, draußen sein, gutes Essen, naschen, kuscheln. Das Ziel ist nicht, dem Kind etwas zu versagen, sondern ihm beizubringen, was es unter Einhaltung der Regeln bekommen kann. Wenn man arbeitet, verdient man Geld. Wenn man lernt, bekommt man gute Noten. Wenn man fleißig ist, wird man gelobt. So funktioniert die Welt. Je rascher Ihr Kind das begreift, desto weniger Schwierigkeiten wird es im Leben haben.

Erziehung ist anstrengend. Dauernd muss man auf die Kleinen aufpassen und zurechtrücken, was sie falsch machen. Manche drücken sich vor dieser Arbeit, denn Nachgeben ist bequemer. Wenn die alte Oma sich nicht mehr anstrengen mag, dann ist dies in Ordnung, denn ihre Toleranz bleibt die Ausnahme. Nachgiebige Eltern aber sind verkauft, denn die Zöglinge tanzen ihnen auf der Nase rum.

Machen Sie es sich so einfach wie möglich, indem Sie nur eingreifen, wenn es wirklich notwendig ist. Vieles, was Ihr Kind tut, können Sie schlicht und einfach zulassen. Soll es doch spielen, ausprobieren, streiten, schlimm sein, schmutzig sein, kreativ sein – schauen Sie einfach nicht hin, solange das Kind sich in den abgesteckten Grenzen bewegt. Wenn es in der Wohnung, dem Garten, auf dem Spielplatz ist, geht meist alles gut. Man muss den Kindern keine Vorträge halten, wie man „ordentlich“ spielt. Das wissen die schon selber.

Als ich fünf Jahre alt war, ging ich jeden Nachmittag hinaus zu meinen Freunden. Wir spielten Fangen, Verstecken, Räuber und Gendarm, Sandburg bauen, Baumkraxeln und vieles mehr. Es war eine herrliche Zeit. Wir durften tun, was immer uns einfiel. Solange wir nichts anstellten, nichts kaputt machten, uns nicht verletzten. Das passierte auch nie. Nur einmal rannte ich fast in ein Auto. Von da an passte ich auf der Straße höllisch auf.

Einmal beschloss ich, meinem älteren Bruder in die Schule nachzulaufen. Ich packte einen Regenschirm und einen Ranzen Ihrem Kind fernhalten. Ein paar Blessuren kann man riskieren, wenn dafür die Selbständigkeit gelingt. Ich machte mich auf den Weg. Meine Mutter holte mich ein und gab mir einen Klaps auf den Po. Nicht, weil meine Idee so schlecht gewesen wäre, sondern weil ich das erlaubte Gebiet verlassen hatte, ohne ihr etwas zu sagen.

Wenn Sie die Grenzen durch Konsequenzen durchgesetzt haben, dann können Sie Ihrem Kind vertrauen, dass es Freiräume nicht über Gebühr strapaziert.  

Vom Segen der Konsequenz
Bewerten?

Kommentare