Rettet die Bienen

Große BieneRettet die Bienen

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum

„Rettet die Bienen“ ist eine Aktion der OÖ Nachrichten und ich habe mir nie gedacht, dass dieser Aufruf einmal zu lesen sein wird. In meiner Kindheit waren die pelzigen Brummer überall zu sehen. Kaum eine Blume, eine Blüte, auf der sie nicht vorhanden waren und fleißig gearbeitet haben.

Besuch beim Imker

Arbeiten tun sie nämlich, die Bienen, und zwar wie! Unvorstellbar, was sich innerhalb eines Bienenstockes alles abspielt. Ich war einmal mit einer Schulklasse bei einem Imker und es war sehr interessant, was wir dort alles zu sehen bekamen. Bienen wurden sogar gestreichelt und nach langem Zögern traute ich mich auch. Ich bin nämlich allergisch und wenn mich ein Insekt sticht, dann wird die Schwellung schon ziemlich groß und es dauert länger, bis sie wieder weg ist als bei Nichtallergikern. Daher hatte und habe ich enormen Respekt vor allen Insekten, die einen Stachel besitzen. Und das sind ja nicht gerade wenige.

Aber zurück zum Imker. Er erklärte den Volksschülern auf sehr verständliche Weise das Leben eines Bienenschwarms. Ganz ehrlich – ich möchte nicht mit einer Biene tauschen, mit keiner vom Stamm.

Die Arbeiterin

Da ist einmal die Arbeiterin, die kleinste der Bienen mit einer Lebensdauer von ca. 6 Wochen. Während ihres Lebens muss die Arme wirklich nur arbeiten, und zwar hat sie verschiedene Aufgaben zu erledigen. Anfangs ist sie die Putzfrau der Zellen und muss die Brut wärmen, später ältere Larven füttern. Nach einigen Tagen füttert sie die Jüngeren, muss Wachs erzeugen, Waben bauen und Futter tragen. Dann hat sie Fluglochwache und bis zum 42. Tag darf sie Blüten besuchen und bestäuben, Pollen sammeln, Nektar, Kittharz und Wasser. Vielleicht ist das die schönste Zeit, wenn sie so von Blume zu Blume fliegt. Denn Ausrasten oder Ruhestand gibt es nicht, vom ersten Tag an wird gearbeitet bis zum Tod.

Biene auf Löwenzahn

Die Königin

Länger lebt die größere Königin, sogar bis 5 Jahre sind möglich. Aber was tut sie? Eier legen, rund um die Uhr, bis zu 2000 Stück. Na ja, wenn nur einer für die Fortpflanzung zuständig ist, dann ist auch das eine enorme Arbeit. Legt sie ein Ei in eine Arbeiterinnenzelle, dann entsteht daraus eine Arbeitsbiene. Legt sie es in eine Königinnenzelle, entsteht daraus eine Königin, weil die Biene in dieser Zelle mit dem Königinnenfuttersaft, dem Gelée Royal, gefüttert wird. Also – es gibt auch Ungerechtigkeit im Bienenvolk, keine Biene kann sich selbst aussuchen, welche Rolle ihr zugedacht wird.

Übrigens gibt es eine tolle Kurzgeschichte von von Roald Dahl, die den Titel „Gelée Royale“ hat. Sehr empfehlenswert!

Eine Königin duldet aber keine andere. Sie tötet persönlich oder lässt durch ihre Leibgarde töten. Klingt schon fast nach einem Shakespeare-Drama. Der Imker muss eine Nachwuchskönigin rechtzeitig retten und kann damit ein neues Bienenvolk gründen.

Die Drohnen

Die Dritten im Bunde sind die Drohnen, die männlichen Bienen mit größeren Facettenaugen. Alle wollen sich mit der Königin paaren, nur einigen gelingt es. Doch lohnt sich die Eroberung? Die Männer sterben nach erfolgreicher Begattung. Vielleicht hatten sie kurzen Spaß, müsste man die Drohne fragen. Und die nicht zum Zug gekommen sind, denen ergeht es auch kaum besser, höchstens 4 Wochen ist ihre Lebensdauer. Somit hat auch der Bienenmann nicht unbedingt eine tolle Saison.

Also, ich will keine Biene sein, aber ich will, dass sie weiter uns sind. Auch wenn ich relativ Honig esse, die Bienen sind unverzichtbar für die Bestäubung. Und das Gleichgewicht der Natur kommt in Gefahr. Weniger Bienen bedeutet automatisch weniger Vögel, weniger Vögel sind weniger Nahrung für andere Tiere und so setzt sich das fort.

Die Geschichte der Bienen

Ich habe vor ein paar Wochen den Roman „die Geschichte der Bienen“ von der norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde gelesen. (Witzig, dass sie ausgerechnet Maja heißt, oder?) Sie bekam dafür den Norwegischen Buchhändlerpreis. Der Roman spielt auf drei Ebenen:

  • 1852: England, als ein Biologe eine Idee für einen neuen Bienenstock hat
  • 2007: Ohio, die Geschichte eines Bienenzüchters und seines Sohnes. In diesem Jahr verschwinden plötzlich die Bienen.
  • 2098: China, die Bäume werden von vielen Arbeitern mit der Hand bestäub, Bienen gelten als ausgestorben, bs…

Mehr will ich nicht verraten, natürlich haben die drei Zeitebenen einen gemeinsamen Faden. Es ist sehr spannend, aber auch bedrückend, weil Vieles schon der Realität entspricht.

Was kann jeder tun

Dass es nicht so weit kommen muss, wie im Jahr 2098, liegt nun in unserer Hand. Wir können in unseren Gärten dafür sorgen, dass Pflanzen angesetzt werden, die Bienen mögen, Lavendel zum Beispiel. Mann kann derzeit für Bienen spenden, damit neue Bienenstöcke bei Imkern aufgestellt werden, oder Bienenpate werden. Und man kann für die Bienen unterschreiben auf nachrichten.at/bienen. Wahrscheinlich gibt es auch andere Aktionen, diese ist mir als Leser bekannt

Natürlich soll auch im großen Umfang mit der Natur verantwortungsbewusst umgegangen werden. Gefährliche Pflanzenschutzmittel, Umweltverschmutzung… da heißt es schon darüber nachdenken, was sinnvoll ist und was nicht. Zu lange sind wir schon verantwortungslos mit unseren Ressourcen umgegangen, weil wir aus dem Vollen schöpfen konnten.

Damit es auch weiterhin summt und unsere Nachkommen nicht mehr nur die Biene Maja und den faulen Willi kennen – rettet die Bienen, jetzt! Wir brauchen sie!

 

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