Ist die Welt noch zu retten?

Wissenschaftler schlagen wieder Alarm: Wenn wir nicht rasch handeln, läuft der Klimawandel aus dem Ruder. Ab +2Grad Erwärmung wird es gefährlich und unberechenbar. Doch wir können es gemeinsam schaffen, die Katastrophe abzuwenden.  Siehe: Opelt, R: 2100. Die neue Welt. CreateSpace 2018. 

Wenn wir alle gemeinsam anpacken, können wir die Welt retten. Das will ich mit meinem Buch beweisen. Damit bin ich natürlich nicht allein. Das Team von Harald Welzer und seinen Kollegen hat bereits zwei Bücher publiziert, die von lohnenswerten Zukunftsaktionen handeln. In Futurzwei schildern die Autoren die Initiativen, die es in Deutschland gibt, im Folgeband zeigen sie Beispiele aus aller Welt. Futurzwei 2017/18 beginnt mit einer kritischen Diagnose: Welzer weist nach, dass das kapitalistische Wirtschaftswachstum so nicht weitergehen kann, wenn die Erde nicht zerstört werden soll. Es ist nicht möglich, alle Länder auf den westlichen Standard zu heben. Dies würde mit wenigen Reichen in abgeschotteten Gated Communities enden, die sich alles leisten können, während die große Mehrheit in Armut und Umweltzerstörung versinkt. Wenn sich hingegen jeder an seinen begrenzten ökologischen Fußabdruck hält, dann muss die reiche Welt sich auf einen vorindustriellen Standard zurückentwickeln.


Klingt nicht gut – nach Armut und Rückständigkeit. Dann aber liest man über hunderte Basisinitiativen, die das Goethe-Institut in 90 Ländern der Welt gesammelt hat, und je länger man liest, desto schöner klingt die Zukunft und desto begeisterter wird der Leser von den vielen Möglichkeiten, eine gerechtere Welt zu erschaffen, an denen jeder teilhaben kann. Gleich ob es sich um alte Fischernetze aus Chile handelt, die zu Skateboards gepresst werden statt die Ozeane zu verschmutzen; um eine Forstkooperative in Remscheid, die immer größere Wälder mit immer vielfältigerem Baumbestand pflanzt; eine Straßenküche in Prag, wo obdachlose Frauen weggeworfene Lebensmittel verkochen; einen Schuster in Berlin, der uralte Taschen, Börsen und Schuhe wieder benutzbar macht; ein Repair-Cafe in Stuttgart, wo Elektrogeräte wieder in Gang gebracht werden, statt auf Sondermülldeponien in Afrika zu landen; ob in einer Baulücke in Weimar aus Altholz ein Restaurant auf Zeit entsteht; eine Schweizerin in Tunesien regionale Lebensmittel für den Jahresverbrauch in Privathäusern speichert; die Südtiroler Gemeinde Mals auf Pestizide verzichtet; eine Bauerngemeinschaft altes Saatgut wieder anpflanzt; das Ithaka-Institut aus Pflanzenabfällen Humus-Kohle erzeugt, die das CO2 reduziert; ein Minimalist mit einem Rucksack voller Dinge, einer Hängematte und einem leeren Zimmer auskommt; eine Gärtnerin den Berlinern beibringt, wie man aus den Bäumen der Stadtparks Säfte und Konfitüren gewinnt – all diese Initiativen haben eines gemeinsam: Man kann sie weltweit verbreiten, sie vermindern den Ressourcenverbrauch, sie machen Spaß und bringen die Menschen zusammen. Statt dem Bruttonationalprodukt wächst das Bruttoglücksprodukt. Statt der Umweltzerstörung wächst eine lebenswerte Welt, an der alle teilhaben und in die sich alle sinnvoll einbringen können.

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