Einmal Mama – immer Mama

Gedanken rund um den Muttertag

Hört man irgendwann einmal auf Mutter zu sein? Ich glaube nicht, zu sehr lieben wir unsere Kinder, egal wie alt sie sind.

Es wächst heran

So ein Kind wächst schließlich in uns heran. In den 9 Monaten der Schwangerschaft bauen wir schon eine Bindung auf, das Kind ist ja teil von uns. Und wenn es dann da ist – dann braucht es uns, von früh bis spät, jede Minute, außer wenn es schläft, was von manchen Eltern oft sehr herbeigesehnt wird.

Ich kann ja nur von persönlichen Erfahrungen sprechen, und da hatte ich mit meinen beiden Mädels Glück. Sie schliefen beide bald durch. Vielleicht auch Beba sei Dank. Sie waren Kaiserschnittkinder und ich konnte nicht stillen, daher bekamen sie von Anfang an die Ersatznahrung. Und wie groß und stark sie doch geworden sind! Und ganz ehrlich – ich habe nie das Gefühl gehabt, mir würde etwas fehlen, weil sie nicht auf natürliche Weise geboren sind. Es hatte sie halt der Vater kurz vor mir im Arm, das war schon der einzige Unterschied.

Da ist es also dann auf der Welt, das kleine Wesen. Es wird gefüttert, gewickelt, in den Schlaf gesungen, herumgetragen, mehrmals an- und ausgezogen, gebadet. Dann laufen wir ihm hinterher, passen ständig auf, damit ihm oder ihr nichts passiert, werden krank, wenn sie krank sind, vor Sorge und durch Ansteckung, und machen uns regelrecht zum Sklaven.

Dafür gibt es dann aber auch „Mamama“ zu hören, wenn nicht „Papapa“ oder „Autoooo“ früher zu hören sind.

Es wird größer

Beinahe wehmütig lausche ich oft meinen jüngeren Kolleginnen, wenn sie davon erzählen, wie sich die Kleinen im Kindergarten machen oder gerade ihre Volksschulzeit absolvieren. Doch dann höre ich im Supermarkt hinter mir wieder so einen richtigen nervigen Kinderton, ein Gebrüll ohne Ende. Das schreiende Kind diktiert gerade seiner Mutter, bei welcher Kasse es sich anstellen soll. Gleich daneben brüllt ein Junge „will (h)aben“ und grapscht nach einem Überraschungsei. Ach, doch schön, dass sie schon älter sind und keine Tyrannen mehr im Trotzalter.

Obwohl – will haben mehr Taschengeld, will haben das Auto, will haben die coolen Jeans…

Aber es gibt sie noch, diese strahlenden Kinderaugen, nach denen sich Mutter immer sehnt. Zu Weihnachten, oder zu Ostern und auch am Muttertag.

Muttertag anno dazumal

Gerne erinnere ich mich an die Muttertagsfeiern im Kindergarten, als meine Mädels Dornröschen oder die Raupe Nimmersatt gespielt haben, das war schon schön. Als ich noch ein Gedicht aufgesagt bekam und selbstgepflückte Blumen. Die selbstgemachten Kuchen sind mir zum Glücke erspart geblieben. Ich kenne genügend Geschichten, von Müttern, die dann stundenlang Küchendienst schieben mussten und tagelang haben Sie Teigreste gefunden, an Stellen, die unvorstellbar waren!

Ich erinnere mich aber auch an meine Kindheit, wo ich zusammen mit meinen Geschwistern sparte, um der Mutter ein Geschenk machen zu können. Wir waren zu dritt und meistens wurde es ein schöner Blumenstraß oder ein Blumenstock, später kamen Gesichtscremen oder Duschbäder dazu und im Laufe der Zeit wurde es ein Gutschein für den Friseur oder die Apotheke. Ich schenke meiner Mutter aber nicht nur zum Muttertag etwas, denn spontanes Schenken kommt von Herzen. Ein Blumenstrauß ohne Anlass, eine gute Torte, weil ich gerade in der Konditorei usw. Das Schenken-Müssen, nur weil es im Kalender steht, mag ich nämlich gar nicht.

alles gute zum Muttertag

Danke Mama

Ich danke meiner Mutter (und natürlich auch dem Vater), dass sie uns großgezogen haben. Sie waren schon strenger als mein Mann und ich es heute sind, aber sie waren relativ gerecht und haben uns mit Liebe erzogen. Es war auch eine andere Zeit, eine andere Generation. Ich gebe meinen Kindern mehr Freiheit, dadurch werden sie auch selbständiger, wozu ich schon eine ganze Weile brauchte. Und ich lasse sie mitbestimmen, früher bei der Urlaubsplanung, dann bei der Schulauswahl und Berufsauswahl. Weil es immens wichtig ist, dass das Kind etwas tut, was es gerne tun möchte. Und zwar das Kind und nicht seine Eltern! Da muss man wirklich aufpassen, dass man es nicht zu gut mit dem Kind meint, es erdrückt mit Ratschlägen. Wie heißt es so schön? Kleine Kinder brauchen Wurzeln, große Kinder brauchen Flügeln.

Spürbare Liebe

Dankbar bin ich meinen Eltern auch, dass sie nie böse reagierten, weder bei schlechten Noten oder bei Dummheiten. Wobei, ich war ein braves Kind, habe schon sehr „entsprochen. Sie wussten, ich lerne und bemühe mich, doch insbesondere die Mathematik war so ein Thema, bei dem ich einfach nicht durchblickte. Und wenn es einmal nicht klappte mit einer positiven Note, dann wurde ich in den Arm genommen und nicht geschimpft. Und das merkt man sich. Jetzt fiebere ich bei Schularbeiten mit, „Wir“ haben Mathe-Schularbeit. Ach Gott, muss man immer alles zweimal durchmachen? Da fühle ich mich wieder so richtig auf die Schulbank gedrückt, Angst vor dem Tafelrechnen… und gleichzeitig kommt Erleichterung auf, weil man doch nicht mehr selbst dort sitzen muss.

Meine Mama war auch immer da, wenn ich einen Rat oder einen Babysitter brauchte. Wir konnten sogar ein paar Tage ohne Kinder auf Urlaub fahren, wussten, dass sie in guten Händen sind. Und die Mädchen blieben gerne bei der Oma und dem Opa.

Enkelkinder

Ich werd‘ doch nicht? Nein, für Enkelkinder ist es noch zu früh. Aber ich ertappe mich schon gelegentlich daran zu denken, dass wieder einmal kleine Persönchen in mein Leben treten werden. Doch es kann noch ein paar Jahre dauern. Meine Kinder müssen ihre Ausbildung fertig machen, sollen auch arbeiten und sie werden wissen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Familiengründung ist. Natürlich werde ich keine junge Oma mehr sein, da ich meine Kinder auch nach dem 30. Geburtstag hatte. Aber eine junggebliebene, die sich heute schon darauf freut, ihren Enkeln zu erzählen, was ihre Mamis so angestellt haben. Und ich habe es nicht vergessen, weil ich es aufgeschrieben habe! Ein Tipp, den ich allen nur empfehlen kann!

Hotel Mama

Derzeit bin ich mit dem Hotel Mama Dasein ganz zufrieden. Ich bekoche sie, ich wasche ihre Wäsche, ich ermahne sie aufzuräumen. Müsste ich nicht, aber ich tu es gerne und verwöhne sie, weil ich sie liebe, ganz einfach.

Und sie tun es auch. Als ich unlängst krank gewesen bin, sind sie statt meiner widerspruchslos losmarschiert und haben ein paar Stunden Tapeten abgelöst und Bauschutt geschleppt – wir haben nämlich gerade eine Haus-Baustelle. Das war auch ein Liebesbeweis. Genauso, wenn ich wieder einmal die beste und liebste Mama bin, wenn ich sie von Freunden abhole, ins Kino oder in die Disco bringe, ihre Freunde mitverköstige, ihnen bei diversen Schulprojekten helfe, mit ihnen für den Führerschein lerne, mit ihnen shoppen gehe und dann auch bezahle und…. es gäbe noch viele Dinge.

Einmal Mama, immer Mama

Und man bleibt immer Mutter, auch wenn sie einmal aus dem Nest geflogen sind. Dann sagen auch noch 80ährige Mütter zu ihren Söhnen, sie sollen sich warm anziehen, weil ihnen kalt sei! Ein Spruch meiner Schwiegermutter, den ich mitunter sogar zu meinem Mann sage.

Ich wünsche allen Müttern einen schönen Muttertag mit ihren Kindern,

Einmal Mama – immer Mama
Bewerten?

Kommentare