Wasserspaß und Wassergefahr

Ein Sommer ohne Badespaß? Das geht gar nicht! Besonders wenn die Temperaturen jenseits der 30° liegen, dann wollen fast alle Menschen hinein ins kühle – oder schon recht angenehm warme – Nass. Schwimmen, Plantschen, faul am See oder am Meer liegen – wer mag das nicht? Auch auf die Kleinsten unter uns, besser gesagt gerade auf sie, hat das Wasser eine faszinierende Anziehungskraft.

Leider aus aktuellem Anlass – auch 2017 gab es bereits viele Badeunfälle, sogar mehrere tödliche -einige Regeln, damit die Freude am und im Wasser ungetrübt bleibt.

Kleinkinder können sich nicht selber schützen

Sie sind besonders gefährdet, da sie die Gefahr nicht erkennen. Der Ertrinkungstod erfolgt nicht laut und kreischend – nur in Horrorfilmen – eher ist das Gegenteil der Fall. Wenn ein Kleinkind ins Wasser fällt, dann bekommt es eine Art Schockstarre. Es kann ersticken, ohne dass Wasser in seine Lunge dringt. Bereits 5 cm Wassertiefe reichen aus, damit ein Kind unter drei Jahren ertrinken kann. Es braucht nur mit dem Kopf ins Wasser zu fallen, bzw. mit dem Gesicht unter Wasser kommen. Unglaublich, aber wahr – sogar eine Regenpfütze kann ausreichend sein, um zu ertrinken!Kind im Freibad

Vorsicht vor Pools und Schwimmteichen

Schwimmbecken und Schwimmteiche erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sind aber Kleinkinder im Haus, heißt es äußerst vorsichtig zu sein. Bei aufgestellten Schwimmbecken dürfen keine Stehleitern angelehnt bleiben, damit das Kleine nicht raufklettern kann. Ist der Pool eingemauert, dann gehört er eingezäunt, auch wenn darunter die Optik leidet. Das trifft auch auf den Schwimmteich zu. Natürlich muss das Gartentor des Zaunes auch verschlossen sein, sonst sind die erfinderischen Zwerge auch schon wieder beim Wasser.
Steht in Ihrem Garten eine Regentonne oder ein anderer Behälter, in dem sich Wasser ansammelt? Dann decken Sie dieses Behältnis immer ab, damit Ihr Liebling nicht kopfüber reinfällt.

Ein unachtsamer Augenblick genügt

Lassen Sie Ihr Kind nicht aus den Augen! Es soll von Beginn an lernen, dass es nur mit Schwimmflügerl/Schwimmreifen ins Wasser darf. Lernen Sie ihm ehestmöglich das Schwimmen und erklären Sie ihm genau, warum man gewisse Dinge lieber unterlassen soll. Natürlich müssen Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Den meisten Kindern bringen die Eltern das Schwimmen bei, bzw. gibt es den Schwimmunterricht auch in den Schulen. In vielen Hallen- und Freibädern werden aber auch regelmäßig Schwimmkurse angeboten. Das Erreichen verschiedener Stufen – Frühschwimmer, Freischwimmer, Fahrtenschwimmer u.a. –  spornt den Nachwuchs an.

Solange Kinder Nichtschwimmer sind, darf man sie wirklich nicht unbeachtet lassen. Der berühmte Augenblick – ich war nur kurz an der Tür, das Telefon hat geklingelt, gerade habe ich das Kind noch gesehen – kann schon reichen, um eine Tragödie auszulösen. Irgendwie spüren die Kleinen instinktiv, dass die Mama oder Oma gerade abgelenkt ist, und schon gehen sie eigene Wege und entwischen in die vermeintliche Freiheit.

Nichtschwimmer/Anfänger

Es gibt auch Erwachsene, die noch nicht schwimmen können. Nicht nur Ausländer, bei denen das Baden vielleicht nicht üblich gewesen ist, sondern durchaus auch Österreicher. Das ist ja auch keineswegs eine Schande. Schwimmen kann man in jedem Alter lernen, es ist gesund und kostet nicht viel.

Jugendlicher Leichtsinn

Die Jungen können meistens bestens schwimmen, haben aber nicht so viel Interesse daran. Viel lustiger sind doch in diesem Alter das Springen, Tauchen oder andere Aktivitäten am Wasser, um das andere Geschlecht zu beeindrucken. Und weil der eine wieder einmal den Superhelden spielen möchte oder die andere meint, sie könne endlos lange im Wasser paddeln, passieren auch in dieser Altersgruppe sehr viele Unfälle.

Springen mit Regeln

Wer springt, der muss sich vorher vergewissern, ob das Wasser auch genügend tief dafür ist. Unkontrollierte Sprünge von Brücken oder Felsen sind tabu. Steine, Gehölzer, zu seichtes Gewässer – das verzeiht weder die Wirbelsäule noch der Kopf. Ein Knochenbruch ist da noch ein minimaler Schaden. Viel zu oft führen solche Dummheiten zu Querschnittlähmungen, schweren Schäden oder gar zum Tod.

Beim Springen vom Sprungturm ist zwar die Wassertiefe gesichert, aber auch hier kann etwas passieren. Durch Drängeln und Stoßen fällt z.B. jemand ins Wasser, der noch nicht zum Sprung bereit war. Günstigstenfalls wird es wohl ein Bauchfleck werden, aber ein Aufschlag am Beckenrand könnte schlimme Folgen haben. Auch wenn der Bademeister meistens für Ordnung sorgt – einzeln springen, warten bis der Vorgänger aus dem Wasser ist und erst dann seinen Köpfler oder die Arschbombe hinlegen!

Und es ist keine Schande, wenn man sich doch nicht vom 5 m Turm springen traut. Lieber umkehren, als verkrampft irgendwie im Wasser zu landen. Selbstüberschätzung führt zu nichts.

Schwimmdauer – jedes Gewässer ist anders

Das gilt auch für die Dauer des Schwimmens. Im Pool kann man locker trainieren und seine Längen zählen. Man kann sich bewusst steigern, aber auch eine Pause machen.

Im Fluss oder See sieht die Sache anders aus. Erstens gibt es hier Strömungen, die im Schwimmbecken nicht vorkommen, und es gibt nicht automatisch einen Rand, an dem man sich halten kann. Das nächste Ufer kann auf einmal viel weiter weg sein als gedacht.

Schwimmen Sie nach Möglichkeit nicht alleine, wenn sie im Fluss oder See unterwegs sind. Es kann auch einem geübten Schwimmer passieren, dass er einen Krampf im Bein bekommt und dann ist er froh, wenn jemand zur Hilfe eilen kann.

Queren Sie nicht den Badesee/Fluss – auch wenn Sie entlang des Ufers schwimmen kommen Sie auf das gleiche Ergebnis. Mit dem Unterschied, dass sie jederzeit aufhören oder am Land eine Pause einlegen können, wenn das Unternehmen doch schwieriger ist als vorgestellt. Sind sie mitten im See, dann ist dies schwierig, wenn einem die Kräfte verlassen. Überschätzen Sie sich nicht!

Schwimmen Sie alleine, dann kann ein kleiner Luftpolster, der neben ihnen mittreibt, eine gewisse Sicherheit bieten.

Unterschätzen Sie auch die Wassertemperatur nicht. 15° mögen für eine kurze Abkühlung erstrebenswert sein, können aber bei längerer Schwimmdauer zu einem Kälteschock führen.

Gefahr von Strömungen/Kraftwerke meiden

Ein stehendes Gewässer hat keine große Strömung, ein großer Fluss sehr wohl. Ein Wasserstrudel hat eine ungeheure Kraft und was gerade noch harmlos und leicht war, entpuppt sich auf einmal als kaum mehr machbar. Sehr oft zeigen Schilder die Gefahr auf und warnen vor einem Bad, bzw. sprechen ein Badeverbot aus. Beachten Sie unbedingt die Badeverbote, wenn Sie nicht in Lebensgefahr kommen wollen! Jährlich ertrinken mehrere Menschen in diesen Wasserströmungen, weil sie es nicht mehr schaffen, aus Eigenkraft heraus zu kommen. Oder der Helfer lässt sein Leben, weil er ebenfalls unter die Wassermassen gedrückt wird. Riskieren Sie weder Ihr Leben und schon gar nicht das von anderen!

So ist auch das Baden vor einem Wasserwehr, Wasserkraftwerken etc. strengstens verboten! Die Kräfte, die sich hier im Wasser entfalten, sind stärker als jene des menschlichen Körpers!

Auch im Bereich von Schiffen ist Baden nicht sinnvoll. Wollen Sie sich das Bild eines Körpers vorstellen, der Bekanntschaft mit einer Schiffschraube gemacht hat? Eher nicht, außer sie stehen auf grausige Trash-Movies.

Stehendes Gewässer

Auch ein stiller See ist nicht gefahrenfrei. Das Ufer kann rutschig sein und erschwert z.B. den Ausstieg. Sieht man nicht auf den Grund, da das Wasser getrübt ist, können Glasscherben oder spitze Steine etc. zur Verletzungsgefahr führen. Auch in Wasserpflanzen kann man sich verhängen. Igitt!

Lästige Zerkarien

Kennen Sie Zerkarien? Das sind eigentlich Larven von Parasiten/Saugwürmern, z.B. des Entenflohs, die Enten, Schwäne und andere Wasservögel befallen. Aber woher soll die Zerkarie wissen, dass der Fuß des Menschen nicht der Flosse des Entleins gleichzusetzen ist? So kommt es oft zur Badedermatitis. Die Haut rötet sich, fängt zu jucken an oder bekommt Pusteln. Hilfe gibt es aus der Apotheke. Zerkarien befinden sich meistens im seichten Wasser, also in Ufernähe.

Die Österreichischen Seen sind extrem sauber, doch dies gilt nicht für jedes Land. Nicht jeder See oder Fluss verfügt über Trinkwasserqualität.

Voller BauchKinder

Ja gerne, aber nach dem Badevergnügen und nicht vorher! Das lernt man aber wirklich schon im Kindergarten. Warum wird diese Baderegel aber nicht befolgt? Ständig fällt es mir auf, dass sich die Menschen (wahrscheinlich auch schon im trauten Heim) im Schwimmbad vollstopfen, mit so richtig gesunden Sachen! Pizza, Pommes, Burger, Eis, Cola und Bier! Und dann rein ins Nass. Es lebe der Kreislauf!

Gut, im Schwimmbad kann der Sünder ja wieder rasch flüchten und sich im Schatten erholen, wenn es ihm zu viel wird. Aber im See treibt er dann vor sich hin. Fett schwimmt bekanntlich oben – böse Formulierung – aber darauf sollte sich niemand verlassen! Bitte, immer mit leerem Bauch ins Wasser gehen bzw. nach angemessener Pause nach dem Mittagessen! Und nur, wenn man sich fit fühlt. Wer schon vor dem Bad über Schwindel oder Übelkeit klagt, der sollte lieber das Wasser trinken und die Sonne meiden.

Hüpfen Sie auch nicht überhitzt ins Wasser, außer sie wollen Ihr Herz bewusst belasten. Zur langsamen Abkühlung wird geraten, damit der Körper weiß, worauf er sich einstellen kann.

 

Am Meer

Das Wasser ist salzig, aber keiner nimmt Schaden, wenn er einmal einen Mundvoll schluckt. Beachten Sie beim Schwimmen die Flaggen. Blaue Fahne heißt gefahrfreies Baden, bei ROT heißt es aus dem Wasser. Meistens ist der Schwimmbereich gekennzeichnet. Nur geübte Schwimmer sollen sich außerhalb der Bojenketten bewegen. Ebbe und Flut sind zu beachten und natürlich, wie überall, die Anweisungen der Bademeister/Baywatch-Nixen etc.

Ist Ihnen die Lust aufs Baden vergangen? Hoffentlich nicht, denn es gibt kaum einen schönere Freizeitaktivität im Sommer. Das Einhalten von ein paar Regeln, die im Prinzip auch logisch sind, sollte kein Problem sein, um schöne Badetage genießen zu können.

Viele schöne Stunden am und im Wasser!

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