Ergebnisse des Symposiums "Der mündige Patient - Herausforderung für die Arzt-Patienten-Kommunikation"
Unter dem Begriff „mündiger Patient“ versteht jede Interessensgruppe etwas anderes.
Da nicht nur die Gesprächsform zwischen Ärzten und Patienten, sondern auch zwischen Patienten und Gesundheitssystem verbesserungswürdig erscheint, wird die ÖAPG eine Erhebung durchführen, in der die Bedürfnisse der Patienten, der Ärzte und Ärztinnen, sowie die Erwartungen des Gesundheitssystems an Patienten untersucht werden. Eines der Ziele dieser Untersuchung ist eine klare Definition der Rolle des Patienten.
Aus der Publikumsdiskussion ging weiters die Notwendigkeit einer Patienten-Plattform zur Meinungsäußerung und Bereitstellung qualitätsgesicherter Informationen hervor.
Die ÖAPG fordert eine Überprüfung der ethischen Grundeinstellung und Sozialkompetenz der angehenden Medizinstudenten vor Studienbeginn.
Neben entsprechender fachlicher Ausbildung müssen intensive Persönlichkeitsbildung (Individualethik) und Kommunikationsschulungen in geeigneter didaktischen Form in das Medizin-Curriculum aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um keine Abwertung der Bedeutung der Naturwissenschaften, sondern um die Aufwertung der empathischen Beziehung zwischen angehenden Ärzten und Patienten.
Die Absolvierung postpromotioneller Persönlichkeits- und Kommunikationstrainings sollte ebenfalls forciert werden.
Der Fachbereich Präventivmedizin muss verstärkt in das Curriculum des Medizinstudiums aufgenommen werden. Die ÖAPG wird in absehbarer Zeit einen postpromotionellen Lehrgang, ev. mit MSc-Abschluss „Arzt / Ärztin für Präventivmedizin“ anbieten.
Ein weiterer wichtiger Punkt stellt der verstärkte Ausbau des setting-spezifischen Ansatzes in der Primärprävention dar. Die Bevölkerung muss dort angesprochen werden, wo sie auch tatsächlich erreicht werden: Kindergärten, Schulen, Betriebe, etc.. Gesundheitsberatung soll daher fachübergreifend durch entsprechend ausgebildete Ärzte (MSc) erfolgen.