Studie - Gründe für Impfbeteiligung
Menschen nehmen Risiken oft subjektiv und verzerrt wahr. Verstärkt wird dieses Phänomen durch die Massenmedien. Seltene, aber auffallende und für die Medien interessante Ereignisse finden übermäßige Beachtung und werden in der Folge übertrieben risikoreich eingestuft. Reale Risiken wie beispielsweise Erkrankungen aufgrund eines falschen Lebensstils oder die Folgen von Infektionskrankheiten werden hingegen unterschätzt (Univ.-Prof. Dr. Ursula KUNZE, Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien).
Interessanterweise halten Menschen schlimme Folgen durch eine Unterlassung (z.B. sich nicht impfen zu lassen) auch für weniger bedenklich als Folgen durch eine Handlung. Die möglichen Folgen einer Impfung im Sinne von Nebenwirkungen werden daher übertrieben gefährlich eingestuft.
Am Beispiel Influenza zeigt sich deutlich, wie falsche Wahrnehmung des Erkrankungsrisikos bzw. des Krankheitsverlaufes und eine gleichzeitige Überschätzung des Impfrisikos in eine ausgeprägte Impfmüdigkeit münden. Das Neuauftreten von SARS hingegen zog eine unglaubliche große Aufmerksamkeit nach sich, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen epidemiologischen Situation stand. Die FSME-Schutzimpfung ist ein deutliches Beispiel dafür, was mit Aufklärung und sozialem Marketing erreicht werden kann: Die Gefahr wird von einem Großteil der Bevölkerung wahrgenommen und somit ist die Einstellung der Menschen der Impfung gegenüber als einzige sinnvolle Schutzmaßnahme sehr gut.
Eine repräsentative Erhebung der ÖAPG zum Thema "Impfmotivation" soll die Einstellung der Bevölkerung zu Schutzimpfungen untersuchen und die Motive für Impfverweigerung transparent machen. Damit können Ansatzpunkte für eine dringend nötige Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Sinnhaftigkeit, sich gegen Influenza impfen zu lassen, gefunden und den Folgen der Influenza - hohe Morbidität, Mortalität und enorme Kosten - begegnet werden.