PRÄVENTION DARF NICHT ZUR "GLAUBENS"FRAGE WERDEN!
Bevölkerung lehnt Pandemie-Panikmache ab!
Laut einer von der ÖAPG in Auftrag gegebenen Umfrage herrscht hohes Misstrauen gegen Panikmache im Zusammenhang mit der H1N1 Impfung: 84 Prozent der Befragten lehnen die derzeitige Informationsweise ab. Das Bildungsniveau hat keinen Einfluss auf Informationsstand und Impfverhalten. Laut BMG haben sich in Österreich bisher rund 300.000 Personen gegen das H1N1-Virus impfen lassen.
Auf die Gefahr, dass verfehlte Gesundheitskommunikation wichtige Präventionsmaßnahmen in Frage stellt oder auch verhindert, weist die ÖAPG, Klosterneuburg, hin: Laut der im Dezember und Jänner auf ‚H1N1‘ bezogenen Umfrage des Instituts ‚intra-performance‘ empfinden 91 Prozent der nicht Geimpften und 70 Prozent der Geimpften die Informationen zur H1N1-Impfung als „reißerisch“ und stehen dieser Informationsform ablehnend gegenüber! Die Befragten wünschen sich „objektive, einheitliche Berichterstattung“ durch „neutrale und offizielle Stellen“, wobei der Wunsch nach "fundierter Sachinformation“ und Information über „tatsächliche Zahlen von Erkrankungen“ absolute Priorität hat!
84 Prozent der Nichtgeimpften sehen die H1N1 Impfung als sinnlos bzw. eher sinnlos an und 52 Prozent glauben nicht an den Impfschutz. Von den geimpften Personen schätzen 93 Prozent diesen als hoch bis sehr hoch ein.
Mehr als die Hälfte der Befragten lehnen sowohl die normale Grippeimpfung als auch die H1N1 Impfung ab! Damit wird der Vorsorgegedanke zur „Glaubens“frage!
Bildungsniveau: Kein Einfluss auf Informationsstand und Impfverhalten
Während sich “gut informierte“ Personen unterschiedlicher Informationsquellen wie Printmedien (25 %), Fernsehen (21 %), Radio und Internet (jeweils 15 %), Ärzte (13 %) bedienen, gaben jene, die sich selbst als „schlecht informiert“ einstuften als einzige Informationsquelle das Fernsehen an.
Dabei interessant erscheint der Umstand, dass das Bildungsniveau keinerlei Einfluss auf Informationsstand und Impfverhalten hat: Die Gruppen der „gut und schlecht Informierten“ sowie die der „Geimpften und nicht Geimpften“ unterscheiden sich im Bildungsstand nicht. Eine, von der ÖAPG, im Jahr 2009 durchgeführte Umfrage kam zu ähnlichen Ergebnissen.
Haus- und Betriebsärzte sollten impfen!
Die Frage, ob die „Impfstellen als ausreichend empfunden wurden“ verneinten 27 Prozent: Diese Personen geben der Impfung durch den niedergelassenen Haus- bzw. Betriebsarzt den Vorzug!
Der Grund mag darin liegen, dass zum niedergelassenen Haus- und Betriebsarzt ein höheres Vertrauen besteht und die Möglichkeit, seine Ängste zu äußern und vertiefende Informationen zu erhalten.
Prävention setzt qualitätsgesicherte Gesundheitskommunikation voraus!
Insgesamt lässt die Umfrage den Schluss zu, dass Angst schürende Kommunikation dem Vorsorgegedanken zuwider läuft, zur Ablehnung bei der Bevölkerung führt und somit eine Gefahr für sinnvolle Präventivmaßnahmen darstellt! Daher fordert die ÖAPG die verantwortlichen Stellen auf, auf, qualitätsgesicherte und an Tatsachen orientierte Gesundheitskommunikation zu achten, um damit wirkungsvoll Einfluss auf das Präventionsverhalten zu nehmen! Qualitätsgesicherte Gesundheitskommunikation und Prävention sind miteinander kommunizierende, sich ergänzende, untrennbare Gefäße!